Mittwoch, 3. Oktober 2007

Theorien in der Psychologie

Irgendwann am Anfang, wenn man sich mit Psychologie beschäftigt, lernt man, dass die Theorien und Modelle der Psychologie keine allgemein gültigen Aussagen machen wollen. Es geht vielmehr darum eine Antwort auf nur eine bestimmte Frage zu geben. Das ist wichtig im Umgang mit diesen Theorien, denn es ist ein Unterschied, ob man darin eine Beschreibung der Realität vermutet oder darin eher ein Werkzeug sieht, mit dem man arbeiten kann.

So ist beispielsweise die Psychoanalyse nach Freud keine wirklich gute Theorie* um die Wirklichkeit zu beschreiben, aber als Werkzeug ist sie offenbar gut zu gebrauchen und wurde/wird ja auch weiterentwickelt.

Ein Schulenstreit scheint da eher kindisch und kontraproduktiv. Auch Poppers Ansatz der Falsifikation ist natürlich hinfällig, wenn die Theorie so konstruiert ist, dass sie niemals falsifiziert werden kann - aber das ist ja auch nicht notwendig, wenn die Theorie gar keinen Anspruch auf Wirklichkeitsbeschreibung erhebt! Was bleibt ist herauszufinden wie gut das Werkzeug ist, das man in der Hand hält. Und vorher natürlich die Frage: Wie finde ich das überhaupt am Besten heraus - ich erinnere mich an Studien die da Verschiedenes behaupten.

Zahlen können nicht lügen, aber die "Kunst" (im wahrsten Sinne des Wortes) in der Statistik ist ja die Interpretation der Zahlen. Von Menschen gemacht mit all ihren Werten, Vorstellungen und Erfahrungen. Ja, ich möchte damit die Aussagefähigkeit der Interpretationen statistischer Erhebungen in Frage stellen! Denn, wenn man auf diese Weise einen komplexen Sachverhalt vereinfacht und versucht zu verstehen, dann hat man nur einen vereinfachten Sachverhalt, den man mit dem Hintergrund der Komplexität interpretieren müsste um eine Information daraus zu ziehen, wie die Interpretation auszusehen hat, um annähernd an die Wirklichkeit zu reichen.

Sind also nicht eher Regeln gefragt, die von dem Individuum auf eine Menge wirken? Wie kommt man anders auf die Idee eine multiple Korrelation zu interpretieren als durch einen Analogieschluss? Ist so etwas nicht mehr als fragwürdig, wenn nichts als eine Analogie legitimieren soll, was eine wissenschaftliche Erhebung aussagt?

* Siehe hierzu ausführlich Karl R. Popper - "Alles Leben ist Problemlösen" (S. 40f.) (10. Auflage, 2006 München: Piper Verlag GmbH) und die Kritik dazu an anderen Stellen.

Kommentare gern auch an: mar SPAMSPERRE tin_weitzmann [at] web [dot] de - natürlich ohne spamsperre ^^

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Sinn des Lebens

Im Folgenden rezitiere ich mich selbst aus einem Forum bei dem in einem Thread die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt wurde:

Na ja.. es ist doch so, dass alles anfing bevor es Menschen gab, nicht wahr? Nun ist es aber so, dass "Sinn" etwas ist, dass nur in Relation, d.h. in Beziehung zu einem Menschen funktionieren kann. D.h. es muss jemanden geben, der einen Sinn in etwas sieht.
Die Dinge an sich können keinen Sinn suchen, denn sie sind ja gar nicht dazu in der Lage. Demnach hat der Mensch als Ding auch keinen Sinn, kann ihn aber suchen, weil er eben dazu in der Lage ist. Sucht nun jeder Mensch für sich seinen Sinn in seiner Existenz, dann kann er potentiell in allen Dingen die mit ihm in Beziehung stehen (und er es so sieht) einen Sinn für sich finden.
Man kann jetzt deprimiert resignieren, weil alles keinen Sinn hat oder über die große Freiheit staunen, für sich einen Sinn selbst aussuchen zu können.
So seh' ich das ^^

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