Sonntag, 13. April 2008

Sinn und Sprache (Metaphysik)

Sinn ist eine abstrahierte Bedeutungszuschreibung. Eine Bedeutungs- zuschreibung ist das Festlegen einer Bedeutung für ein Phänomen.

Als Phänomen verstehe ich das von einem Subjekt in Form einer Entität Wahrgenommene. Es ist also betont, dass es sich hier um eine Relation handeln muss, mit der es umzugehen gilt. Diese Relation im Sinne der Bedeutungszuschreibung etabliert sich im Subjekt selbst derart, dass entweder Vorhersagen möglich werden. Oder dass sich die Konstitution des Subjekts derart ändert, dass sich das Verhalten auf das Phänomen permanent oder temporär ausrichtet. Bsp. für "permanent" (generationsübergreifend) wären evolvierte Merkmale eines Subjekts. Temporär wären dementsprechend pre-evolvierte Merkmale. Nochmal: Für mich ist ein Phänomen nicht "an sich", sondern eine Repräsentation im Subjekt. D.h. dass ein Phänomen nicht notwendig ein Gegenstück im Sinne eines realen Objekts haben muss.

Wendet man dieses Konzept der Bedeutungszuschreibung auf Subjekte mit Abstrahierungskompetenz an, ergibt sich nach Abstraktion das Sinnkonzept: Im Wesentlichen wird hier ein (zum Teil wesentlich komplexeres) Phänomen konstruiert. Die Bedeutungszuschreibung ergibt sich entweder implizit, explizit oder aus beidem: Implizit unreflektiert aus dem jeweiligen Frame des Subjekts heraus. Explizit reflektiert dadurch, dass das Phänomen nicht sofort in ein Frame integriert werden kann (evtl. zu abstrakt - was eigtl heißt, dass man es nicht versteht). Eine Mischung aus beidem bei Reflexion eines Phänomens, welches zu einem Frame passt oder dort integriert wahrgenommen wird. Betrachtet man ein Phänomen aus verschiedenen Frames heraus, ergibt sich eine Art "innere Intersubjektivität".
Als Frame verstehe ich im sozialwissenschaftlichen Sinne den "Deutungsrahmen" in welchem die Phänomene oder signifikanten Symbole be-deutet werden ( - wobei signifikante Symbole auch eine Art Phänomene sind).

Vorsicht ist demnach dem geboten, wer unreflektiert die Sprache in der Wissenschaft und Philosophie benutzt und dabei willkürlich unsichtbare Beobachter in seine Beschreibung unangemessen hinein- und herauszaubert! Wenn der Phänomenbegriff falsch verstanden wird, dann ergibt das plötzlich ein Phänomen in der Welt, da man den Beobachter vergessen hat, der es aber eigtl. produziert. Redet man vom Sinn eines Gegenstandes, dann redet man eigentlich vom Sinn eines Gegenstandes gegenüber eines Subjekts, das diesen Sinn für sich produziert. Oder: Die Sinnmaschine ist die Präsenz von Sinn (vgl. auch den Beitrag von Hückel).

Ein großer Anteil der Sprache funktioniert über Metaphern und diese sind zum einen Teil reduzierend und zum anderen Teil produzierend: Sie verdecken bestimmte Anteile und heben andere Anteile eines Gegenstands besonders hervor. Sie eignen sich um abstrakte Gegenstände zu kommunizieren. Hier ist zu reflektieren inwiefern Intersubjektivität Realitätsnähe schafft: Man denke an das Konzept von Befehl und Parole bei Deleuze/Guattari in "Tausend Plateaus". Wird eine Parole nur unreflektiert weitergegeben (i.S. einer körperlosen Transformation) oder stemmt man sich gegen die Sprache (wehrt sich geg. die körperlose Transf.) und versucht etwas Neues zu entwerfen.

Das Prinzip von Beobachter und seinen Betrachtungen (den Relationen: z.B.: Sinn, Bedeutung oder Phänomene) begegnet mir immer wieder, wenn ich philosophische oder wissenschaftliche Schriften lese. Teils ist dieser Punkt reflektiert - aber teils auch nicht. Es ist anzunehmen, dass die Sprache unser Denken moduliert.

Kommentare gern auch an: mar SPAMSPERRE tin_weitzmann [at] web [dot] de - natürlich ohne spamsperre ^^

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