Sonntag, 16. August 2009

Wie lernt das Gehirn

Zunächst: die neurologische Perspektive auf das Lernen holt man sich m. E. am Besten von Herrn Dr. Spitzer. Aber erstmal was anderes: Zur Zeit scheint mir die Allgemeinheit der Meinung zu sein, es gäbe Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis und Ultrakurzzeitgedächtnis ... Das Modell passt nicht so gut. Auch die Schubkasten-Metapher hinkt mit ihrer Beschreibung der Realität hinterher (Man müsse vom UKZG zum KZG zum LZG).

Mir gefällt das Einspeichermodell besser (und der gemeinen Literatur auch): Es gibt ein Arbeitsgedächtnis (so eine Art RAM) und einen Langzeitspeicher (die Festplatte). Dazu noch einen sensorischen Speicher, mit vielen Vorfiltern (Als wenn Maus und tastatur noch Speicher hätten). Das ist die unzulässig vereinfachte Version.

Das Hirnt lernt Regeln hinter Fakten. Also das Prinzip wie etwas funktioniert. Sieht man an der Sprache, wo zwar Worte gelernt werden, aber vor allem deren Gebrauch. Man kann Worte beugen, die es gar nicht gibt! Gestern war Spubbeltag - das heißt wir haben ... genau: gespubbelt. Gestern war Tamur-Tag, d. h. wir haben ... tamurt - nicht ge-tamurt.
Damit wurde eine Grammatikregel angewandt, ohne sie im Regelwerk je nachgeschlagen zu haben.

Das heißt, die wichtigere Sache ist es, die Regel dahinter zu verstehen, während sich die Fakten durch den ständigen Gebrauch einspuren. Der Gebrauch zeigt sich nach dem Transfer: Das Prinzip ist verstanden, aber noch nicht erfahren.
Spitzer führt an dieser Stelle ein Beispiel von Transfer im Mathematik-Unterricht an: Gelungener Transfer gelang u. A. so: Den Kindern wurde etwas erklärt - ein Prinzip - und wurden danach in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen sollten für sich gegenseitig Aufgaben ausdenken. Dadurch haben sie das Prinzip durchdrungen und durch die Anwendung das Prinzip in das Gedächtnis eingespurt.

Suche: nach Manfred Spitzer; Spitzer bei br-alpha mit Videos

Kommentare gern auch an: mar SPAMSPERRE tin_weitzmann [at] web [dot] de - natürlich ohne spamsperre ^^

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