Montag, 12. April 2010
Theoretische Synonymität
Martin Weitzmann
Gerade lese ich Searle und da fällt mir auf, wie an der theoretischen Arbeit an sprachphilosophischen Überlegungen die Einhaltung des Primats der Pragmatik (Deleuze) kontrastiert werden kann.
Searle berichtet in "Sprechakte" (S. 19 ff.), dass es sensu N. Goodman keine 2 Wörter gebe, die genau synonym sind. Begründet wird das über die sekundäre Extension jeden Wortes, die immer Elemente enthalte, welche mit denen seines Synonyms nicht übereinstimmt. Bspw. lässt sich sagen, dass im Fall "Der Profit, der kein Gewinn ist", Profit und Gewinn eben nicht genau synonym sind.
Auch Searle fällt auf, dass es eine Frage der Praktikabilität ist, wie weit man den Synonymbegriff theoretisch als Kategorie verwenden darf, wo er doch eigentlich als Werkzeug für eine Phänomenbeschreibung in der Linguistik gilt, nämlich, dass 2 Wörter das Gleiche bedeuten können (Praktische Synonymität).
Allerdings befreit Searle damit mE nicht das Beispiel von seiner Schlagkraft gegen den theoretischen Synonymitätsbegriff, der darauf beruht, dass es eine feste Semantik in der Sprache gibt, die nicht jede Sekunde organisch wächst, sich verändert und entwickelt. Bedeutung liegt hier an Worten, wie Tags an Blogartikeln.
Würde man die Sichtweise zulassen, dass sich Bedeutung je aus der konkreten Lebenssituation heraus konstituiert - Semantik aus der Pragmatik heraus entsteht - wie willkürlich können da Synonyme entstehen. Und was sagen uns etablierte Synonyme über den normativen Gehalt unserer Kultur?
Searle berichtet in "Sprechakte" (S. 19 ff.), dass es sensu N. Goodman keine 2 Wörter gebe, die genau synonym sind. Begründet wird das über die sekundäre Extension jeden Wortes, die immer Elemente enthalte, welche mit denen seines Synonyms nicht übereinstimmt. Bspw. lässt sich sagen, dass im Fall "Der Profit, der kein Gewinn ist", Profit und Gewinn eben nicht genau synonym sind.
Auch Searle fällt auf, dass es eine Frage der Praktikabilität ist, wie weit man den Synonymbegriff theoretisch als Kategorie verwenden darf, wo er doch eigentlich als Werkzeug für eine Phänomenbeschreibung in der Linguistik gilt, nämlich, dass 2 Wörter das Gleiche bedeuten können (Praktische Synonymität).
Allerdings befreit Searle damit mE nicht das Beispiel von seiner Schlagkraft gegen den theoretischen Synonymitätsbegriff, der darauf beruht, dass es eine feste Semantik in der Sprache gibt, die nicht jede Sekunde organisch wächst, sich verändert und entwickelt. Bedeutung liegt hier an Worten, wie Tags an Blogartikeln.
Würde man die Sichtweise zulassen, dass sich Bedeutung je aus der konkreten Lebenssituation heraus konstituiert - Semantik aus der Pragmatik heraus entsteht - wie willkürlich können da Synonyme entstehen. Und was sagen uns etablierte Synonyme über den normativen Gehalt unserer Kultur?
Kommentare gern auch an: mar SPAMSPERRE tin_weitzmann [at] web [dot] de - natürlich ohne spamsperre ^^
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