Luhmann - Glamour eines Bürokraten
In einer Diskussion der Xing-Gruppe »Soziologie« wird sie vereinzelt als praxisfern wahrgenommen – als Religion und Ideologie. Sie wäre empirisch schlecht überprüfbar und eher was für Theoretiker.
Meiner Meinung nach ist sie aber eine Werkzeug-Theorie (vgl. Theorien in der Psychologie). Also eine Möglichkeit die Welt zu betrachten und dabei Dinge zu sehen, die sonst nicht sichtbar würden. Ob Luhmanns Systemtheorie die Wirklichkeit beschreibt, ist in diesem Kontext eine völlig falsche Frage. Sie muss einen Zweck erfüllen und in diesem Zweck besser sein als andere Theorien. Und zumindest um seine eigenen Gedanken zu reflektieren, können ein paar verschiedenartige Theorien nicht schaden. Luhmann gehört dabei ganz bestimmt zum Repertoire!
Just anlässlich seines 10. Todestages bekommt er wieder ein wenig Beachtung – das Wort Selfmarketing war Luhmann offenbar nicht geläufig. Die Welt Online greift dieses Thema gerne auf und meint unter Anderem: »Luhmann lesen ist wie Techno hören: Es schadet nicht, mal ein paar Kapitel lang innerlich abzuschalten.«. Ich bin mir nicht sicher ob diese »meditative« Einstellung so fruchtbar ist, aber probieren kann man es vielleicht mal.
Dennoch sind es nicht nur Online-Medien und Bücher, die sich – gerade jetzt – wieder mit Systemtheorien und ihren Konzepten auseinandersetzen: Wie strange loops berichtet, gibt es am kommenden Freitag (07.11.) im Deutschlandfunk um 19:15 Uhr die Sendung »Vorwärts über die Rückkopplungsschleife. Der stille Siegeszug der Kybernetik«. Ich bin immer dafür, komplizierte Gedanken für Menschen zugänglich zu machen, welche nicht die Zeit haben diese zu studieren. Ob der DLF seine Sache gut macht? Wir dürfen gespannt sein!
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