Freitag, 23. November 2007

Gottesbeweise

Thomas von Aquin versuchte neben Anderen Gott zu beweisen ( http://12koerbe.de/pan/st1qu2.htm ), was ich für eine interessante Sache halte. Am besten an seinen Beweisen finde ich den Ansatz überhaupt erstmal zu schauen, ob es denn überhaupt beweisbar ist. Wer ist Gott überhaupt? Gott ist überliefert als das All-Eine. Gott ist überall und durchdringt alles. Er ist die höchste letzte Kategorie und die erste Ursache. Ich glaube Aristoteles hatte die schöne Idee mit dem "unbewegt Bewegenden" - dem "ersten Beweger". Auch die Scholastiker hatten ja eine tolle Idee mit ihrem Weltfürsten - eine Art Dämon der die Welt erschaffen hat und den Menschen täuscht. Dieser muss nun zur Erleuchtung kommen um vom Diesseits zu Gott ins Jenseits zu gelangen. Obschon die Ideen der Scholastiker bis in die Bibel reichen, will ich mich hier mal auf das allgemeiner Bild aus der Bibel beziehen. Noch kurz zur Lösung des Theodizee-Problems: Gott ist allmächtig und opfert diese Allmacht gleichzeitig auf - sonst wäre er/sie wohl so eine Art Tyrann (Wobei ich hier deutlich auf meinen Beitrag zur relativität und Subjektivität verweisen muss - denn Gut und Böse sind und bleiben Wertungen! Kein Geschehnis kann als gut oder böse bezeichnet werden, wenn es niemanden gibt der das einschätzen kann!). Ich glaub, deswegen ist auch der Teufel gefallen, der ja eigentlich der Größte und Schönste der Engel war, seine Göttlichkeit erkannte, aber nicht aufopfern wollte. Nein, der Teufel bildet mit Gott keine Dualität.
2 Gründe, weshalb man Gott nicht beweisen kann:
a) Ich finde in Gott nur den All-Einen, der (wie Thomi v. Aquin schon feststellte) in seinem endlichen Wirken selber jedoch unendlich ist. Nichts kann im Verhältnis zu Gott stehen. Dies bedeutet aber auch, dass man nicht von seinem Wirken auf ihn schließen kann, denn auch das kann in keinem Verhältnis zu ihm stehen. Es bleibt Glaubensfrage, aus der kein Wissen werden kann.
b) Weiter sehe ich: Das All-Eine kann kein Gegenteil haben, von dessen Differenz man auf die jeweiligen anatgonistischen Partner schließen könnte. Wie man weiß, kann Information nur aus Differenz hervorgehen. Da Glauben nicht auf Wissen angewiesen ist, bliebe hier noch zu zeigen, dass man an Gott glauben kann, obschon man ihn nicht wissen kann.
c) Weiter sehe ich: Wenn Gott in allem ist und mir die Freiheit durch die Aufopferung seiner Allmacht schenkt, so ist doch alles Sein Gott (Ich bin der "IchBin"). Wenn alles Sein aber Gott ist, so bleibt aus Sicht der beschränkten Erkenntnisfähigkeit nur der Schluss übrig nicht entscheiden zu können, ob alles Gott ist oder nicht, obschon beides zur Disposition steht. Denn ein Teil dessen was "ist" (der Mensch) kann nicht zur gleichen Zeit alles und sich selbst betrachten, da es dann die eigene Betrachtung in rekursiver Weise unendlich in sich ergebend mitbetrachten muss.
d) Gesetzt es sei doch so, dass man alles betrachten könne was ist, um zu entscheiden ob Gott ist, dann wäre dies zunächst koextensiv zu Gott, was nicht geht, da Gott letzte Kategorie ist und über jeder Dualität steht. Auf jeden Fall fehlte dann immernoch die Differenz zu etwas was Gott nicht ist, um eine Information darüber zu bekommen, ob Gott ist.
Fassen wir zusammen: Der Teil des All-Einen kann nicht das All-Eine betrachten, weil dies paradox wäre. Der Teil wäre dann kein Teil mehr, was nicht geht, da es sich hier um die Kategorie des Sein geht. Man kann nicht über sein Wirken, noch über andere Teile des All-Einen eine Erkenntnis darüber gewinnen, ob Gott (der "IchBin") ist, oder nicht. Das Sein ist notwendig, denn ich kann mein Ich nicht wegdenken. Da ich nicht Gott bin und keine Allmacht habe, muss es noch mehr geben.
Will man ohne Gott das Sein von etwas Anderem zeigen, muss man sich mit dem "Neuen" beschäftigen und seiner Werdung und Entstehung.

Kommentare gern auch an: mar SPAMSPERRE tin_weitzmann [at] web [dot] de - natürlich ohne spamsperre ^^

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