Montag, 26. November 2007

Körperlose Transformationen und die Virtualität

Die körperlose Transformation im Sinne Deleuzes/Guattaris, erscheint mir als Werkzeug in der Virtualität: Mit ihrer Hilfe ist es möglich Körper im Rekonstruktionsversuch der Realität (der Virtualität) unmittelbar zu teilen in ein Vorher-so-sein und ein Nachher-so-sein. Das geht freilich nur in der Zeit und nur mit Bewertungen. Es wird so unmöglich eine Genese stufenlos (wie erlebt) zu beschreiben, da hier die Grenze durch die Unendlichkeit im Kleinen gesetzt ist.
Eine Lösung dieses Dilemmas sehe ich darin, Attribute nicht mit Eigenschafts-Variablen zu versehen, sondern mit Eigenschafts-Funktionen, welche in der Lage sind eine Genese zu beschreiben.

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Freitag, 23. November 2007

Das Neue und die Virtualität

Das Neue ist erst einmal ein Relationswort - also besteht Neues nur in Relation zu etwas, denke ich. Gibt es auch das Neue an sich? Das Entstehen neuer Wesenheiten aus dem Nichts ist nicht möglich, denn wo nichts war wird nichts. Das Ereignen als Analogie zur Zeit in der Virtualität scheint mir eine Symmetrie zu sein, die auf die Symmetrien des Seins (Analogie zum Raum?!) bezogen sind.
Vielmehr scheint mir ein Konzept der Qualitätenänderung plausibel. Schaut man sich im Raum um, so ist man mit seiner Anschauung diesbezüglich theoretisch in der Lage bis ins Unendliche hineinzugehen (So lange teilen bis man auf etwas Unteilbares stößt oder eben die andere Richtung; siehe Kants Antinomien, die zeigen worauf ich u.A. hinaus will: Es ist Blödsinn Unendlichkeit für real zu halten). Es ist also meiner Ansicht nach falsch, dass man dies tun könnte, denn die Anschauung des Raumes betrachte ich als Anschauung vor aller Erfahrung (Kant - KrV) - sie ist somit virtuell. Virtuell will ich die Selbstähnlichkeit der Welt in einer Repräsentation ihrer selbst durch eine Werdung von Selbstbezüglichkeit nennen. Wobei die Repräsentation das Virtuelle sein soll. Die Virtualität ist demnach selber Realität, bildet aber durch ihre Selbstbezogenheit eine Virtualität. Ich sehe diese Selbstreflexivität natürlich in Lebewesen mehr oder weniger ausgeprägt und offenbar im Menschen am höchsten ausgebildet.
Selbstähnlichkeit impliziert Informationsverlust: Raum und Zeit als Anschauungen vor aller Erfahrung ermöglichen physiologisch Wahrnehmung und vereinfachen die Realität notwendig, denn das Ganze kann nie zur Gänze erfasst werden – da das Modell nicht das Abgebildete selbst ist, sondern eine Repräsentation, die ganz anderen Ansprüchen genügen soll. Andererseits impliziert dies auch, dass Analogien zur Realität da sind.
Vielleicht gibt es sogar noch höhere Virtualitäten in Lebewesen wie der Gesellschaft (wenn sie denn ein Lebewesen ist – vgl. Maturanas Autopoiese). Erkennen kann ich das aber im Moment nicht.
Ermöglichen Emergenz und Virtualität Neues? Absolut Neues in Bezug zu vorher nie da gewesenem stellt die Frage der Disposition dieser Erscheinung. Wie kontingent ist Neues in der Realität ohne Anschauung? Emergenz ist keine Zauberei, sondern ein Phänomen der Kontingenz von Beziehungen. Wenn es das Neue an sich gibt, dann ist die Realität nicht symmetrisch. Wenn es das Neue nur in Relation gibt, dann besteht diese Gefahr nicht.
Ich stelle mir vor, dass an einem Punkt, an dem die Realität verwaschen und ungenau wird, ein Qualitätswechsel seiner Art nach stattfindet (vgl. das Phänomen der Nichtlokalität in der Physik). Eine Qualität ist ein wahrgenommenes Muster aus der Realität. Realität ist Symmetrie. Wenn ein Muster in der Realität eine Biegung macht äußert sich das in der Virtualität als Qualitätswechsel. Aus einer verschwindenden Qualität a kommt eine Qualität b hervor, die man aber nur aus einem anderen Blickwinkel aus sehen kann; und in diesem anderen Blickwinkel wahrscheinlich auch in Richtung Qualität a hin verschwimmt. Es sollte also an der Art der Betrachtung liegen, welche Qualitäten man sieht - Art der Betrachtung in Hinblick auf die Anschauungen vor aller Erfahrung, die nur virtuell sind und auf die Realität zurückfallen als reflektierende Repräsentation mit bedeutend mehr Möglichkeiten der Repräsentation, da eine höhere Qualität immer mehr abbilden kann, als die Qualität, aus der sie entsteht. Auf deutsch: Ich kann mir einen pinken Elefanten mit Flügelohren vorstellen, der Mäuse jagt - aber das heißt nicht, dass es den gibt. Und als nächste Konsequenz: Ein Wechsel der Perspektive hilft, einen Qualitätswechsel zu erkennen. Demnach ist der Raum nicht an sich da – sondern, um auf das Beispiel der Nichtlokalität zurückzukommen, qualitativ anders, wenn es ungenau wird: Soll heißen, dass die Teilchen gar nicht an verschiedenen Orten sind. Bildhaft: Die Ordninate, welche den Raum darstellt macht also selbst eine Kurve, wie eine Funktion.
Diesbezüglich ist Unendlichkeit eine Konsequenz der Anschauungen vor aller Erfahrung und vor allem ein Konzept der Qualität von der Selbstreflexivität der Realität auf sich selbst als Virtualität. Unendlichkeit ist virtuell, nicht real. Aber natürlich auch wieder real als Virtualität derart, dass sie ein Konzept darstellt, dass mittels Informationsreduktion Redundanzen der Anschauung nach produziert. Wendet man die Unendlichkeit auf sich selbst an, die vor allem eine Funktion ist, dann fehlt immernoch der Gegenstand auf den diese Funktion in der Funktion angewendet werden soll.
Da Virtualität selbst aus Realität entsteht und nur eine neue Qualität darstellt, ist Neues also immernoch relativ im Sinne einer Beziehung zu etwas für das es neu ist. Demnach gibt es Neues an sich nicht, da alles was neu ist auch immer schon Disposition gewesen sein muss.

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Emergenz

Emergenz sei Übersummation. 1 + 1 = 3. Woher kommt diese Übersummation? Ich denke, es sind die Beziehungen der Elemente, die eine neue Qualität bilden, welche dann als Übersummation erlebt wird. Dabei sind die Relationen der Elemente immer weniger oder gleich viel in der Anzahl zu den Elementen. Was sind Qualitäten überhaupt? Ausdruck einer Wesenheit?

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Gottesbeweise

Thomas von Aquin versuchte neben Anderen Gott zu beweisen ( http://12koerbe.de/pan/st1qu2.htm ), was ich für eine interessante Sache halte. Am besten an seinen Beweisen finde ich den Ansatz überhaupt erstmal zu schauen, ob es denn überhaupt beweisbar ist. Wer ist Gott überhaupt? Gott ist überliefert als das All-Eine. Gott ist überall und durchdringt alles. Er ist die höchste letzte Kategorie und die erste Ursache. Ich glaube Aristoteles hatte die schöne Idee mit dem "unbewegt Bewegenden" - dem "ersten Beweger". Auch die Scholastiker hatten ja eine tolle Idee mit ihrem Weltfürsten - eine Art Dämon der die Welt erschaffen hat und den Menschen täuscht. Dieser muss nun zur Erleuchtung kommen um vom Diesseits zu Gott ins Jenseits zu gelangen. Obschon die Ideen der Scholastiker bis in die Bibel reichen, will ich mich hier mal auf das allgemeiner Bild aus der Bibel beziehen. Noch kurz zur Lösung des Theodizee-Problems: Gott ist allmächtig und opfert diese Allmacht gleichzeitig auf - sonst wäre er/sie wohl so eine Art Tyrann (Wobei ich hier deutlich auf meinen Beitrag zur relativität und Subjektivität verweisen muss - denn Gut und Böse sind und bleiben Wertungen! Kein Geschehnis kann als gut oder böse bezeichnet werden, wenn es niemanden gibt der das einschätzen kann!). Ich glaub, deswegen ist auch der Teufel gefallen, der ja eigentlich der Größte und Schönste der Engel war, seine Göttlichkeit erkannte, aber nicht aufopfern wollte. Nein, der Teufel bildet mit Gott keine Dualität.
2 Gründe, weshalb man Gott nicht beweisen kann:
a) Ich finde in Gott nur den All-Einen, der (wie Thomi v. Aquin schon feststellte) in seinem endlichen Wirken selber jedoch unendlich ist. Nichts kann im Verhältnis zu Gott stehen. Dies bedeutet aber auch, dass man nicht von seinem Wirken auf ihn schließen kann, denn auch das kann in keinem Verhältnis zu ihm stehen. Es bleibt Glaubensfrage, aus der kein Wissen werden kann.
b) Weiter sehe ich: Das All-Eine kann kein Gegenteil haben, von dessen Differenz man auf die jeweiligen anatgonistischen Partner schließen könnte. Wie man weiß, kann Information nur aus Differenz hervorgehen. Da Glauben nicht auf Wissen angewiesen ist, bliebe hier noch zu zeigen, dass man an Gott glauben kann, obschon man ihn nicht wissen kann.
c) Weiter sehe ich: Wenn Gott in allem ist und mir die Freiheit durch die Aufopferung seiner Allmacht schenkt, so ist doch alles Sein Gott (Ich bin der "IchBin"). Wenn alles Sein aber Gott ist, so bleibt aus Sicht der beschränkten Erkenntnisfähigkeit nur der Schluss übrig nicht entscheiden zu können, ob alles Gott ist oder nicht, obschon beides zur Disposition steht. Denn ein Teil dessen was "ist" (der Mensch) kann nicht zur gleichen Zeit alles und sich selbst betrachten, da es dann die eigene Betrachtung in rekursiver Weise unendlich in sich ergebend mitbetrachten muss.
d) Gesetzt es sei doch so, dass man alles betrachten könne was ist, um zu entscheiden ob Gott ist, dann wäre dies zunächst koextensiv zu Gott, was nicht geht, da Gott letzte Kategorie ist und über jeder Dualität steht. Auf jeden Fall fehlte dann immernoch die Differenz zu etwas was Gott nicht ist, um eine Information darüber zu bekommen, ob Gott ist.
Fassen wir zusammen: Der Teil des All-Einen kann nicht das All-Eine betrachten, weil dies paradox wäre. Der Teil wäre dann kein Teil mehr, was nicht geht, da es sich hier um die Kategorie des Sein geht. Man kann nicht über sein Wirken, noch über andere Teile des All-Einen eine Erkenntnis darüber gewinnen, ob Gott (der "IchBin") ist, oder nicht. Das Sein ist notwendig, denn ich kann mein Ich nicht wegdenken. Da ich nicht Gott bin und keine Allmacht habe, muss es noch mehr geben.
Will man ohne Gott das Sein von etwas Anderem zeigen, muss man sich mit dem "Neuen" beschäftigen und seiner Werdung und Entstehung.

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Relativität und Subjektivität

Deleuze und Guattari haben schon irgendwie recht, wenn sie die Pragmatik in den Vordergrund - oder besser als Grundlage der Betrachtung von Sprache setzen. Seitdem ich den situativen Faktor für mich entdeckt habe, habe ich in Einschätzung psychologischer Theorien einen Aufschwung erlebt. Mittlerweile gilt es jede Theorie auf Situativität und Prozesshaftigkeit zu prüfen um ihren Gehalt vorherzusagen.
Jedenfalls ist es wichtig, nicht nur die Situation, sondern auch die Relationen zu betrachten. Relationen in Betrachtungen tangieren nur Menschen, welche notwendig subjektiv denken. "Vorsicht, vor der Personifizierung" heißt hier das Motto, wenn Dinge plötzlich Eigenschaften bekommen, welche nur denkenden Wesen vorbehalten sind. Hier ist die Gefahr der Generalisierung sehr groß, wenn man Interpretationsdispositionen auf einen Gegenstand drückt, statt den Blick auf den Interpretierenden zu richten.
Der betrachtete Gegenstand muss interpretiert werden.
Der betrachtete Gegenstand betrachtet nicht (es sei denn er tut es doch).

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Sonntag, 7. Oktober 2007

Geheimnisse

Geheimnisse sind verdeckte Sachverhalte in diesem Sinn:
A weiß um das Nichtwissen von B über ein Sachverhalt X. Somit ist X ein Geheimnis B gegenüber aus der Sicht von A (A und B kann ein und dieselbe Person sein.

Bloßes Nichtwissen ist nicht ein Geheimnis, da Nichtwissen auch alles einschließt was es nicht gibt.

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Denken heute

new historicism = Historismus; nicht Historizismus!

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